Honorar für Steuerberatung

Grundlage: die Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV)
Das Honorar von Steuerberatern, Steuerbevollmächtigten und Steuerberatungsgesellschaften für steuerberatende Leistungen, so genannte Vorbehaltstätigkeiten, hat der Gesetzgeber in der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) festgelegt.

Erfolgte die Auftragserteilung vor dem 20. Dezember 2012, wird grundsätzlich nach der alten Steuerberatergebührenverordnung (StBGebV) abgerechnet.

Für die sog. vereinbaren Tätigkeiten ergeben sich Gebühren und Auslagen nach anderen gesetzlichen Regelungen oder nach entsprechender Vereinbarung.

Die Definition von Vorbehaltstätigkeiten und vereinbaren Tätigkeiten ist im Bereich „Leistungen der Steuerberater“ zu finden.

Leistungen des Steuerberaters

 

Der gesetzliche Rahmen
Die StBVV sieht Wert-, Zeit- oder Betragsrahmengebühren vor. In jedem konkreten Einzelfall wird die Gebühr nach dem Umfang, dem Schwierigkeitsgrad und der Bedeutung der Angelegenheit unter Berücksichtigung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse und des Haftungsrisikos innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens bestimmt.

Die Gebühr bestimmt sich zunächst nach dem Umfang der Beauftragung. So kann eine Buchführung mit oder ohne Offene-Posten-Buchführung, mit oder ohne BWA, mit oder ohne Kostenrechnung beauftragt werden. Hinzu kommt der Schwierigkeitsgrad. Einfache Fragestellungen sind naturgemäß preiswerter zu bearbeiten als schwierige, komplexe Fallgestaltungen, z.B. Auslandssachverhalte. Als weiteres Kriterium wird die Bedeutung der Angelegenheit herangezogen, d.h. Sachverhalte mit weitreichenden Konsequenzen, etwa die Durchsetzung der Anerkennung eines Arbeitszimmers für viele Jahre, sind bei der Bestimmung der Gebühr mit zu berücksichtigen. Auch werden die Einkommens- und Vermögensverhältnisse, das Haftungsrisiko, aber auch sonstige Umstände, etwa Eilaufträge, berücksichtigt. Diese genannten Faktoren fasst der Steuerberater bei der Bestimmung einer Wertgebühr in einem sog. Zehntelsatz  oder bei der Zeitgebühr in der Höhe des (Halb-)Stundensatzes zusammen oder setzt die Betragsrahmengebühr bei der Lohnbuchführung fest.

 

Die Wertgebühr
Bei Wertgebühren ist der Ausgangspunkt zur Bestimmung des konkreten Honorars der Gegenstandswert. Ein kleiner Fall soll zu einem geringeren Honorar als ein großer Fall führen. Für die Gegenstandswerte sind in verschiedenen Tabellen die Gebühren festgelegt.

Wichtig: Bei einer Verdoppelung des Gegenstandswertes verdoppelt sich die Gebühr nicht, sondern die Gebühr steigt mit steigendem Gegenstandswert nur langsam an.

 

Zeitgebühren
Für einige Tätigkeiten sieht die StBVV die Zeitgebühr vor, so insbesondere für die Außenprüfung, die Steuerbescheidprüfung, für die Einrichtung von Buchführungen und sonstigen Hilfeleistungen. Die Zeitgebühr beträgt 30 € bis 70 € pro halbe Stunde, wobei der konkret anzuwendende Satz, wie oben ausgeführt, sich nach dem Schwierigkeitsgrad und der Bedeutung der Angelegenheit sowie den sonstigen Umständen richtet.

Für Tätigkeiten, die nicht Steuerberatung im engeren Sinne sind, also insbesondere betriebswirtschaftliche Beratung, kommen häufig auch Zeitgebühren in Betracht. Diese bestimmen sich nach den getroffenen Vereinbarungen. Für diese Tätigkeiten können Zeitgebühren von mehr als 150 € pro Stunde oder mehr als 1.000 € pro Tag in Betracht kommen.

 

Betragsrahmengebühr für Lohnbuchführung
Das Honorar für die laufende Lohnbuchführung richtet sich nach der Zahl der abgerechneten Arbeitnehmer. Es beträgt 5 € bis 25 € pro Arbeitnehmer und Monat, was den stark differenzierten Schwierigkeitsgrad und den unterschiedlichen Umfang der Tätigkeit widerspiegelt. Hinzu kommen Zeitgebühren für einzelne Tätigkeiten, etwa Meldungen für die Sozialversicherungsträger, für die Berufsgenossenschaft und ähnliches.

 

Wertgebühr für typische Fälle

Einkommensteuererklärung
Im Rahmen des Gesamtauftrages „Erstellung der Einkommensteuererklärung“ fallen Honorare für die Einkommensteuererklärung an sich und für die Ermittlung des Überschusses bei der jeweiligen Einkunftsart an. Die Gebühr für die Einkommensteuererklärung richtet sich nach der Summe der positiven Einkünfte mit einem Rahmen von 1/10 bis 6/10 nach Tabelle A. Die Gebühr für die Überschussrechnungen (Rahmen 1/20 bis 12/20) richtet sich nach den Einnahmen oder den höheren Ausgaben.

In den Beispielen sind die Mindestgebühren (Min), die mittleren Gebühren (Mit) und die höchsten Gebühren (Max) angegeben. Die exakte Gebühr bestimmt sich, wie eingangs ausgeführt, immer nach dem Umfang, dem Schwierigkeitsgrad und der Bedeutung sowie den weiteren Kriterien zwischen dem untersten und dem obersten gesetzlich vorgegebenen Satz.

 

Beispiel:
Bei der Einkommensteuererklärung beträgt die Summe der positiven Einkünfte 40.000 €. Der Ehemann erzielte Einnahmen von 48.000 € aus nichtselbständiger Arbeit und das Ehepaar hatte Einnahmen von
20.000 € und Werbungskosten von 30.000 € bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung.

 

 

Gebühr

 

Gegenstandswert

Min

 

Mit

Max

Einkommensteuer

40.000 €

94,70 €

331,45 €

568,20 €

Nichtselbständige Arbeit

48.000 €

54,90 €

356,85 €

658,80 €

Vermietung u. Verpachtung

30.000 €

39,80 €

258,70 €

477,60 €

 

Finanzbuchführung/steuerliche Aufzeichnungen
Die Gebühr für die Finanzbuchführung/steuerlichen Aufzeichnungen bestimmt sich nach dem Jahresumsatz (oder dem höheren Aufwand) des Unternehmens für das betreffende Jahr. Der Rahmen beträgt 2/10 bis 12/10 nach Tabelle C. Niedrige Gebühren kommen in Betracht, wenn der Umfang und der Schwierigkeitsgrad nicht sehr hoch ist. Häufig muss jedoch die Gebühr höher angesetzt werden, weil das Buchführungswerk höheren Ansprüchen genügen muss und besondere Analyse und Auswertungen gewünscht werden, oder weil der Schwierigkeitsgrad aufgrund der tatsächlichen oder rechtlichen Gegebenheiten höher ist. Hinzu kommt z.B. auch die Erstellung einer BWA, einer Kostenrechnung oder die Berücksichtigung der Umsatzsteuervoranmeldung.

 

Beispiel:
Bei einem Kaufmann beträgt der Jahresumsatz 1 Mio. €.

 

Gebühr pro Monat

 

Gegenstandswert

Min

 

Mit

Max

Finanzbuchführung

1.000.000 €

146,20 €

511,70 €

877,20 €

In dem dargestellten breiten Gebührenrahmen zeigt sich der unterschiedliche Umfang und Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Buchführungsarbeit.

Nach Tabelle C wird auch die Anlagenbuchführung (zusätzlich) abgerechnet.

 

Jahresabschlussarbeiten
Die Gebühren für die Jahresabschlussarbeiten hängen insbesondere von den gesetzlichen Anforderungen für das Unternehmen, aber auch von Art und Umfang des gegebenen Auftrages ab. Im Detail wird der Steuerberater/die Steuerberaterin die vielfältigen Anforderungen und Möglichkeiten aufzeigen. Überblickartig ergibt sich folgendes:

ŸEinnahme-Überschuss-Rechnung
Der „kleine“ Unternehmer kann seinen Jahresabschluss in der Form einer Einnahme-Überschuss-Rechnung gemäß § 4 Abs. 3 EStG erstellen. Der Gegenstandswert bestimmt sich nach den Betriebsausgaben mit einem Rahmen von 5/10 bis 20/10 nach Tabelle B.

Beispiel:
Ein Rechtsanwalt erzielt Einnahmen von 250.000 €.

 

Gebühr

 

Gegenstandswert

Min

 

Mit

Max

Einnahmen-Überschuss-Rechnung

250.000 €

258,00 €

645,00 €

1.032,00 €

Hinzu kommen Gebühren für weitere Tätigkeiten, z. B. für einen Bericht, für eine Plausibilitätsbeurteilung und eventuell auch für eine Betriebswirtschaftliche Gewinnermittlung (nach Vereinbarung).

ŸHandelsrechtlicher Jahresabschluss
Bei einem handelsrechtlichen Jahresabschluss ist angesichts des höheren Leistungsumfangs auch die Gebühr höher. Der Gegenstandswert bestimmt sich (vereinfacht ausgedrückt) aus dem Mittel zwischen der berichtigten Bilanzsumme und der betrieblichen Jahresleistung.

ŸWeitere Jahresabschlussarbeiten
Im Rahmen der Jahresabschlussarbeiten fallen je nach Beauftragung zusätzliche Gebühren an, so für die Ermittlung des steuerlichen Ergebnisses oder die Erstellung einer Steuerbilanz (E-Bilanz), für die Plausibilitätsbeurteilung, für den Erläuterungsbericht sowie bei Kapitalgesellschaften für den Anhang und die Offenlegungsarbeiten, letztere werden nach Vereinbarung abgerechnet.

 

Beispiel:

 

Gebühr

 

Gegenstandswert

Min

 

Mit

Max

Handelsrechtlicher Jahresabschluss

750.000 €

815,00 €

2.037,50 €

3.260,00 €

Anhang

750.000 €

163,00 €

570,50 €

978,00 €

Ableitung des steuerlichen Ergebnisses

750.000 €

163,00 €

489,00 €

815,00 €

Plausibilitätsbeurteilung

750.000 €

163,00 €

489,00 €

815,00 €

Erläuterungsbericht

750.000 €

163,00 €

570,50 €

978,00 €

Offenlegungsbilanz

nach Vereinbarung

 

Beratung
Beratung ist keine kostenlose Nebenleistung zur Buchführung oder zur Steuererklärung. Für die Beratungsleistungen in steuerrechtlichen Angelegenheiten sieht die StBVV einen breiten Gebührenrahmen von 1/10 bis 10/10 nach Tabelle A vor, da der Umfang, der Schwierigkeitsgrad und die Bedeutung der Angelegenheiten sehr stark differieren können. So kann z.B. die Fragestellung im Rahmen der Beratung über den Bau eines zu vermietenden Mehrfamilienhauses von einer einfachen Auskunft zur steuerlichen Abzugsfähigkeit, über die Berechnung der steuerlichen Auswirkungen für ein Jahr, für mehrere Jahre bis hin zur Berechnung auch von Finanzierungsalternativen oder weiteres mehr gehen. Der Gegenstandswert bemisst sich nach dem Wert des Gegenstandes der Beratung. Bei einem Wert der Investition von 1 Mio. € reicht der Gebührenrahmen von  387,50 € bis 3.875,00 €.

Rechtsgrundlagen

 

 

 

Aktuelles

Fortführung des Kontingentierungsverfahrens ab dem Besteuerungszeitraum 2018 im Land NRW
Mehr>

Kammertag 2018 - Vorträge und Pressemitteilung
Mehr>

Datenerhebung und -verarbeitung bei der Steuerberaterkammer Köln
Mehr>

Datenschutz-Grundverordnung der EU (DSGVO) - Muster und Praxishilfen - Online-Seminar
Mehr>

Geldwäschegesetz (GwG) - Anordnungen der Steuerberaterkammer Köln -
Muster und Praxishilfen - Online-Seminar
Mehr>

Lehrgang für Quer- und Wiedereinsteiger
Mehr>

Termine

Seminar "Personalgewinnung, -entwicklung & -bindung"
Mittwoch, 13. Februar 2019
9:00 Uhr/ca. 17:00 Uhr
AMERON Hotel Regent
| Mehr >

Workshop "Professionelle Mitarbeiterführung in der StB-Kanzlei"
Donnerstag, 14. Februar 2019
9:00 Uhr/ca. 17:00 Uhr
AMERON Hotel Regent
| Mehr >

Seminar "Rating Know-how für Steuerberater"
Dienstag, 19. Februar 2019
10:00 Uhr/ca. 17:00 Uhr
Park Inn Köln City West
| Mehr >

Veranstaltungen >