Informationen Flutkatastrophe

Abbildung symbolisiert Gemeinschaft

Aufbauhilfe für Unternehmen – Informationen für betroffene Mitglieder und Mandanten

Ab sofort können Anträge für Aufbauhilfen für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, Angehörige der Freien Berufe, Selbstständige, Unternehmen der Wohnungswirtschaft, für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft, für Fischerei und Aquakultur und für den Wiederaufbau der Infrastrukturen in den Kommunen eingereicht werden.

Die Rechtsverordnung sieht eine umfangreiche Entschädigung der im Zusammenhang mit Starkregen und Hochwasser entstandenen Schäden vor. Betroffenen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und sonstigen Einrichtungen werden Entschädigungen in Höhe von bis zu 80 Prozent des Schadens gewährt. Hinzu kommen Leistungen Dritter zum Beispiel aus Versicherungen oder auch der gewährten Soforthilfe bis zu maximal 100 Prozent des ermittelten Schadens. Darüber hinaus gehende Leistungen Dritter oder der Soforthilfe sind bei den Hilfen des Fonds anzurechnen. Für begründete Härtefälle kann eine Einzelfallregelung getroffen werden und damit bis zu 100 Prozent des Schadens durch den Fonds “Aufbauhilfe 2021” ausgeglichen werden.

Weitere Informationen, einen umfassenden FAQ-Katalog und die erforderlichen Formulare finden Sie bei der NRW.Bank wie folgt:

NRW.Bank - Aufbauhilfen für Unternehmen

Der FAQ-Katalog der NRW.Bank beantwortet bereits eine Vielzahl von Fragen. Soweit Sie Mandanten bei der Antragstellung beraten, erhalten Sie weitergehende Informationen von den jeweils für Ihre Mandanten zuständigen IHKs und HWKs. Sofern Sie selbst betroffen sind und weitergehende Fragen haben, können Sie sich an uns wenden. Senden Sie uns dazu bitte eine E-Mail mit dem Betreff Aufbauhilfe für Berufsangehörige an mail@stbk-koeln.de oder rufen Sie uns unter 0221 33643-37 (Frau Bröhenhorst) an.

Das Webinar zur Aufbauhilfe der IHKs in NRW bietet einen guten Überblick über die Aufbauhilfen für Unternehmen in Nordrhein-Westfalen: 

Webinar zur Aufbauhilfe

Antragstellung der Aufbauhilfen für Unternehmen (nach dem aktuell der StBK Köln bekannten Stand ohne Gewähr hinsichtlich etwaiger Änderungen)
Unternehmen können Schäden an Vermögenswerten wie Betriebsgelände, Gebäuden, Ausrüstungen, Maschinen oder Lagerbeständen sowie Einkommenseinbußen für einen Zeitraum von höchstens sechs Monaten geltend machen. Bei Sachschäden sind die Kosten für Reparatur oder den wirtschaftlichen Wertverlust geltend zu machen. Voraussetzung ist eine Begutachtung der entstandenen Schäden. Das Verfahren ist dreistufig: 

  • Beauftragung eines anerkannten Gutachters zur Schadenermittlung, soweit noch nicht vorliegend
  • Unternehmen und damit auch Berufsangehörige stellen ihre Anträge nicht unmittelbar bei der NRW.BANK, sondern gehen zunächst auf die zuständige Kammer (IHK, Handwerkskammer, Berufskammer) zu; Berufsangehörige wenden sich an die für sie zuständige Kammer. Dort werden sie, falls erforderlich, bei der Antragstellung beraten und unterstützt und erhalten eine Plausibilisierung der Anträge.
  • Für geschädigte Mitglieder prüft die Steuerberaterkammer Köln deren Betroffenheit im Schadensgebiet durch einen Abgleich mit dem Berufsregister. Der Antrag wird ferner auf Vollständigkeit hinsichtlich der einzureichenden Unterlagen und - soweit durch die Kammer beurteilbar – auf Plausibilität des geltend gemachten Schadens durchgesehen.
  • Im Anschluss an die Plausibilisierung wird der vollständige Antrag online bei der NRW.BANK eingereicht. Diese bewilligt die Mittel und zahlt sie aus. Die Unternehmerinnen und Unternehmen können bereits vor Beantragung der Gelder mit den Aufbauarbeiten beginnen. (Quelle Land NRW)

Sachverständige
Im bundesweiten Sachverständigenverzeichnis sind Experten der jeweiligen Fachgebiete aufgelistet:

Bundesweites Sachverständigenverzeichnis

Hinweis: Nach Rücksprache mit der IHK Köln weist das Sachverständigenverzeichnis keine speziellen Gutachter für Kanzlei- oder Praxiseinrichtungen aus, weil es diese Kategorie so nicht gibt. Ggf. müssen mehrere Gutachten z. B. für die Möblierung und die EDV eingeholt werden. Hierzu werden im Sachverständigenverzeichnis unter „Büroeinrichtung und Organisation“, „Betriebs- und Geschäftsausstattung“ und „Informationstechnologie“ Sachverständige angezeigt, die kontaktiert werden können.

Ergänzt wird dieses Verzeichnis durch die Sachverständigendatenbank des Handwerks:

Sachverständigendatenbank des Handwerks

Weiterhin werden Gutachten von Versicherungsunternehmen anerkannt. Im Falle von Einkommenseinbußen sind Gutachten durch Steuerberater (inklusive Steuerbevollmächtigte), Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer möglich. Bitte nutzen Sie hierfür den bundesweiten Steuerberater-Suchdienst:

Bundesweiter Steuerberater-Suchdienst

Hinweis: Bitte wählen Sie unter Arbeitsgebiete das Stichwort „Gutachten zu betriebswirtschaftlichen Fragen“ aus.

Die Kosten für das/die Gutachten werden im Rahmen der Aufbauhilfe erstattet, dies allerdings nur, wenn der Betrieb in NRW fortgeführt wird.

Einreichung des Antrags von Mitgliedern bei der Steuerberaterkammer Köln
Bitte reichen Sie Ihren Antrag mit den nachfolgend genannten Unterlagen per E-Mail unter mail@stbk-koeln.de bei der Steuerberaterkammer Köln ein: 

  • Antrag (ausgefüllt und unterschrieben)
  • Ausweiskopie der Unternehmerin, des Unternehmers oder bei Personen- und Kapitalgesellschaften von dem oder der Vertretungsberechtigten
  • Gutachten der unter dem Kapitel Sachverständige genannten Personengruppen
  • Anlage zum Antrag
  • Übersicht der eingereichten Anlagen zum Antrag

Bitte achten Sie auf Vollständigkeit der Unterlagen, da eine Bearbeitung sonst nicht möglich ist.

Weitere Informationen und Unterstützungsangebote finden Sie wie folgt:

Land NRW - Start der Wiederaufbauhilfe für Betroffene der Hochwasserkatastrophe 

Bundesverband der Freien Berufe e. V. - Hochwasser in Deutschland

„Servicetelefon “Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen”
Die Landesregierung NRW hat zusätzlich das Servicetelefon „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen" für geschädigte Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hotline beantworten grundsätzliche Fragen zum Verfahren bei der Beantragung von Hilfen für den Wiederaufbau. Das Servicetelefon „Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen" ist montags bis freitags in der Zeit von 8 Uhr bis 18 Uhr und samstags und sonntags in der Zeit von 10 Uhr bis 16 Uhr unter 0211 4684-4994 erreichbar.

Weitere Hilfsmaßnahmen der Steuerberaterkammer Köln

Steuerberatungskanzleien, deren Betrieb aktuell unterbrochen oder stark eingeschränkt ist, können sich gerne an uns wenden, damit wir die Oberfinanzdirektion NRW auf den betreffenden Fall aufmerksam machen können und somit Hilfestellung von der dort eingerichteten Stabsstelle ermöglicht werden kann.

Hilfsmaßnahmen der Finanzverwaltung NRW

Das Ministerium der Finanzen des Landes NRW hat mit folgendem Erlass steuerliche Maßnahmen zur Berücksichtigung der Schäden im Zusammenhang mit den Unwetterereignissen im Juli dieses Jahres mitgeteilt:

Ministerium der Finanzen des Landes NRW - Katastrophenerlass vom 23.07.2021 (pdf)

Fristverlängerung VZ 2019
Es wird die Möglichkeit eines Antrages auf Fristverlängerung für die Jahressteuererklärungen des Veranlagungszeitraumes 2019 eröffnet, sofern die Abgabefrist am 14./15. Juli 2021 noch lief. Im Einzelnen gilt Folgendes:

  • Für beratene Steuerpflichtige werden die Abgabefristen für die Jahressteuererklärungen des Veranlagungszeitraumes 2019 auf Antrag bis zum 2. November 2021 (§ 108 Abs. 3 AO) verlängert. Voraussetzung hierfür ist eine Mindestbegründung der Betroffenheit des Steuerpflichtigen von den Unwetterereignissen im Juli 2021 („Bin infolge der Auswirkungen der Unwetterereignisse im Juli 2021 an der pünktlichen Übermittlung der …-Erklärung 2019 gehindert.“ etc.).
  • Ausnahmsweise werden in den sog. Beraterfällen für Jahressteuererklärungen des Veranlagungszeitraums 2019 „Sammelfristverlängerungsanträge“ von Steuerberatern akzeptiert, deren eigene Kanzlei (nicht: Betrieb/Unternehmen/Wohnung eines Mandanten) von den Folgen der Unwetterereignisse nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffen ist.
  • Bei nicht beratenen Steuerpflichtigen kann eine Fristverlängerung nur äußerst ausnahmsweise im jeweiligen Einzelfall erfolgen, sofern der Steuerpflichtige glaubhaft machen kann, dass er ohne Verschulden die ursprüngliche Abgabefrist (Veranlagungszeitraum 2019: 31. Juli 2020) verletzt hat.

Verspätungszuschläge
Bei Einsprüchen gegen die Festsetzung von Verspätungszuschlägen soll großzügig verfahren werden, soweit sich die Einsprüche mit der Mindestbegründung („War infolge der Auswirkungen der Unwetterereignisse im Juli 2021 in dem Zeitraum von Juli 2021 bis … an der Übermittlung der …-Erklärung 2019 gehindert.“ etc.) gegen Festsetzungen wegen Verspätungen in dem Zeitraum zwischen Juli 2021 bis Oktober 2021 richten.

Schätzungen
Schätzungen sollen bis zum 2. November 2021 (§ 108 Abs. 3 AO) in den Fällen unterbleiben, in denen der Bearbeiterin/dem Bearbeiter bekannt ist, dass die/der Steuerpflichtige und/oder ihr/sein Berater von den Folgen der Unwetterereignisse unmittelbar und nicht unerheblich betroffen ist/sind. 

Wiedereinsetzung in den vorigen Stand
Wird ein Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand glaubhaft mit den Folgen der Unwetterereignisse im Juli 2021 begründet, soll diesem Antrag entsprochen werden.

Bekanntgabe
Erklärt eine Steuerpflichtige/ein Steuerpflichtiger oder ihr/sein steuerlicher Berater/in glaubhaft, der an ihn/sie gerichtete Steuerbescheid/sonstige Verwaltungsakt sei aufgrund der Unwetterereignisse nicht zugegangen, ist der Verwaltungsakt – nach vorheriger Aufhebung des ursprünglichen Verwaltungsaktes – nochmals bekanntzugeben.

Weitere Steuererleichterungen
Die Finanzverwaltung kommt den betroffenen Bürger*innen auf Antrag mit zinslosen Steuerstundungen (Einkommen-, Körperschaft-, Umsatzsteuer-, Erbschaft-/Schenkung- und Grunderwerbsteuer für bis zum 2. November 2021 fällige Forderungen) entgegen und nutzt ihren Ermessensspielraum zu Gunsten dieser weitestmöglich aus. Außerdem können Betroffene Fristverlängerung für die zum 10. August 2021 und zum 10. September 2021 einzureichenden Umsatzsteuer-Voranmeldungen und Lohnsteuer-Anmeldungen beantragen. Die Antragsformulare finden Sie wie folgt:

Antrag auf Steuerstundung für bis zum 02.11.2021 fällige Forderungen (pdf)

Antrag auf Fristverlängerung der Lohnsteuer-Anmeldungen und der Umsatzsteuer-Voranmeldungen (pdf)

Weitere Informationen finden Sie wie folgt:

Finanzverwaltung NRW

Wichtige Fragen und Antworten zur Soforthilfe zur Unwetterkatastrophe

Das Bürgertelefon Soforthilfe erreichen Sie unter 0211 4684 4994 (Mo.-Fr. 8-18 Uhr und Sa.-So. 10-16 Uhr).

Weitere Hilfsangebote

Wir machen ausdrücklich auf folgende Initiative des Steuerberater-Verbands e. V. Köln aufmerksam, über dessen Plattform Hilfsangebote im Kollegenkreis vermittelt werden:

Initiative „Unwetterkatastrophe - Kollegen für Kollegen“

Die DATEV eG hat konkrete Unterstützungsleistungen für Steuerberater auf folgender Internetseite gebündelt:

„Hochwasserhilfe für Mitglieder, Mandantenunternehmen und Nicht-Mitglieder“ 

Besonders hervorzuheben ist dabei folgender DATEV-Notfallkontakt, über den sehr zügig in der jeweiligen individuellen Situation Unterstützung organisiert wird:

DATEV-Notfallkontakt

Informationen und Hilfen der Bundesregierung finden Sie wie folgt:

Beschluss des Bundes über die Soforthilfe für die Flut (pdf)

BMF-Briefing zu den Bundesmitteln für die Sofort- und Wiederausbauhilfe (pdf)

Bundesregierung - Fragen und Antworten zum Hochwasser

Die BARMER hat am 22. Juli 2021 eine Hotline für alle Betroffenen in den Hochwassergebieten geschaltet. Auf diesem Wege sollen Sie schnelle und zuverlässige Antworten auf Fragen zu den Bereichen Medizin, Pflege und Kassenleistungen bekommen. Die Hotline ist für alle Bürgerinnen und Bürger geöffnet, nicht nur für BARMER-Versicherte. Die Kernpunkte auf einen Blick:

  • Die Flut-Sonderhotline der BARMER ist erreichbar unter Tel. 0800 4540150.
  • Firmen können sich beraten lassen unter Tel. 0800 333 05 05.
  • Die Hotline ist kostenlos werktags von 7 bis 20 Uhr erreichbar.
  • Krankenversicherungsspezifische Fragen werden außerdem auf der Homepage der BARMER wie folgt beantwortet: Hochwasser - FAQ für Betroffene

Neben der Hilfs-Hotline zu Gesundheitsfragen schaltet die BARMER in Kooperation mit HelloBetter ab eine Krisen-Hotline für traumatisierte Menschen in Hochwassergebieten. Ob Flutgeschädigte oder Helfende – unter der kostenfreien Rufnummer 0800 000 95 54 erhalten alle Betroffenen montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr zuverlässige und schnelle Unterstützung von Psychologinnen und Psychologen sowie Psychotherapeutinnen und –therapeuten.

Der GKV-Spitzenverband hat folgende Hinweise zur Unterstützung der von der Hochwasserkatastrophe in Teilen Deutschlands betroffenen Arbeitgeber und Mitglieder, die ihre Beiträge selbst zu zahlen haben, veröffentlicht: 

GKV-Spitzenverband - Hinweise (pdf)

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hat folgenden Leitfaden zu sozialversicherungsrechtlichen, steuerrechtlichen und arbeitsrechtlichen Fragestellungen im Zusammenhang mit der Hochwasserkatastrophe 2021 herausgegeben:

Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) - Leitfaden (pdf)